Der Schlern und die Seiser Alm – Unesco Welterbe und Urlaubsort zugleich

Geheimnisvoll und bizarr gehören die bleichen Dolomiten Südtirols mit zu den markantesten und schönsten Bergen der Welt. Das charakteristische Wahrzeichen Südtirols bildet dabei der Schlern. Trotz seiner geringen Höhe von 2563 m ist der Tafelberg auch Namensgeber der umliegenden Gebirgsgruppe.

Symbolberg Südtirols - der Schlern
Symbolberg Südtirols – der Schlern

Geheimnisvoll und eigenwillig überragt der Schlern mit seinen beiden vorgelagerten Felsentürmen Santner und Euringer die Seiser Alm. Das Kalksteinmassiv grenzt direkt an den Naturpark Schlern-Rosengarten an und lädt ganzjährig zu zahlreichen Sport- und Wandermöglichkeiten ein.

Die größte Hochalm Tirols eignet sich für ausgedehnte Spaziergänge, Nordic Walking und Radfahren. Im Winter sind es allerdings die weitläufigen Skipisten und Langlaufloipen, welche Besucher aus aller Welt scharenweise anlocken. Die eindrucksvolle Bergkulisse des Schlern verzaubert Familien, Paare und Alleinreisende gleichermaßen.

Für private Fahrzeuge ist die Zufahrt zum Schlern gesperrt! Wer nicht selbst auf seinen eigenen Füßen den Aufstieg wagen will, kann das Angebot der Seiser Alm Bahn nutzen. Entspannt hast Du hier die Möglichkeit, bequem und ohne Stress den Panoramablick in einer der modernsten Seilbahnen ihrer Art zu genießen.

Die Alm Bahn ist ganzjährig geöffnet und führt mit einer Umlaufbahn von etwa 4300 m über die Landschaft von Seis am Schlern, über St. Valentin direkt auf die Seiser Alm hinauf.

Kletterparadies für Enthusiasten und Naturliebhaber

Euringer und Santnerspitze
Euringer und Santnerspitze

Das Gebiet auf und um den Schlern herum ist durchzogen von erschlossenen und gut passierbaren Wanderwegen. Grandiose Aus- und Weitblicke auf die umliegende Bergregion erwarten Dich hier. Und auch die artenreiche Flora und Fauna hat für einen aufmerksamen Beobachter einige Überraschungen zu bieten.

Durch das milde Klima Südtirols können ausgiebige Wandertouren oder entspannende Spaziergänge von März bis weit in den November hinein getätigt werden. Die Seiser Alm ist bekannt für ihre durchschnittlich 300 Sonnentage jährlich.

Erlebe auf über 450 km Wanderwegen die faszinierende Bergwelt des Schlern. Wandle über traditionsreiche Pfade, nimm an geführten Touren teil oder begib Dich selbst auf Erkundung. Einige Wanderwege sind speziellen Themen gewidmet. Auf dem Geologensteig beispielsweise erfährst Du mehr über die Entwicklung der Dolomiten und gehst ihrer faszinierenden Entstehungsgeschichte auf dem Grund.

Entdecke auf einer anderen Tour die Spuren des Ritters und Dichters Oswald von Wolkenstein. Die Länge und der Schwierigkeitsgrad der Wanderwege variieren. Einige Pfade erfordern viel Ausdauer und Kondition. Andere hingegen sind auch für Ungeübte und Spaziergänger geeignet.

Außergewöhnlich und markant – diese Beschreibung trifft auf die eindrucksvollen Felsentürme des Tafelbergs zu. Die Santner- und Euringerspitze sind ein beliebtes Kletterparadies und ziehen zahlreiche Bergsteiger jährlich magisch an. Am Schlernmassiv zeigen sich eindrucksvoll die Schönheit und die Komplexität der Südtiroler Bergwelt. Die zerklüfteten und imposanten Wände fordern erfahrenen Kletterern alles ab.

Neben der Euringerspitze mit 2397 m und der Santnerspitze mit ihren knapp 2414 m lohnen sich auch die Besteigung von Burgstall, Schattenkofel, Hammerwand und Klammpfeiler. Auf den Klettersteigen kannst Du die Dolomiten direkt von ihrer wilden, atemberaubenden Seite kennenlernen.

Urige Hütten auf dem Schlern

Panorama mit Almhütte
Panorama mit Almhütte

Malerische Almweiden und Wiesen erfreuen das Auge der Bergfreunde. Doch irgendwann muss der müde Wanderer oder Kletterer sich von seinen abenteuerlichen Strapazen erholen. Verschiedene Almhütten bieten auf und um das Weltkulturerbe herum genau die richtige Gelegenheit dafür.

Seit etwa dem 16. Jahrhundert ist auf dem Schlern und der Hochalm eine Vielzahl von Almhütten anzutreffen. Einige von ihnen erheben sich direkt auf der Hochfläche des Symbolbergs und bieten von hier aus einen beeindruckenden Ausblick auf die umliegende Bergwelt.

Arnikahütte auf der Seiser Alm
Arnikahütte auf der Seiser Alm

Herzliche Gastlichkeit und eine sichere Zuflucht vor plötzlichen Wetterkapriolen erwarten Dich hier. Im rustikalen Ambiente kannst Du in den Hütten auch eine Unterkunft für die Nacht finden. Und am nächsten Morgen direkt den farbenfrohen Sonnenaufgang in den Bergen miterleben. Hier ist eine kleine Auswahl von Hütten, in welcher Du eine kulinarische Verpflegung oder zumindest Schutz vor dem Wetter finden kannst:

  • Schlernhaus
  • Spitzbühlhütte
  • Laranzer Schwaige
  • Sanonhütte
  • Murmeltierhütte
  • Williamshütte
  • Radauer Schwaige
  • Almschenke
  • Huber Schwoage
  • Arnikahütte
  • Saltnerhütte Tschapit
  • Tschötsch Alm
  • Rauchhütte
  • Prossliner Schwaige
  • Gostner Schwaige
  • Saltner Schwaige Saltria

Vielen von den Alm- und Schutzhütten in Südtirol sind ganzjährig geöffnet. Ein wichtiger Tipp: Wenn Du eine mehrtägige Bergtour auf und um den Schlern herum planst, solltest Du die drei bekannten „H“ des Bergsteigers mit Dir führen: Hausschuhe, Hüttenschlafsack und Handtuch.

Skifahren im UNESCO-Weltkulturerbe

Das außergewöhnliche Wahrzeichen Südtirols büßt auch im Winter nichts von seiner Attraktivität ein. Ganz im Gegenteil. Die eindrucksvoll, schneeverhangene Bergkulisse ist ein beliebtes Wintersport-Gebiet. Das Skigebiet der Hochalm umfasst insgesamt weit über 60 Pistenkilometer und 23 Aufstiegsanlagen. Profis und Amateure kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten.

Erst im Jahr 2011 wählte der ADAC die Skypisten rund um den Schlern zu den kinder- und familienfreundlichsten Skigebieten in der gesamten Alpenregion. Bei Familien sehr beliebt sind unter anderem auch der Mini-Expresszug und die Animationen im Ski Funpark-Kids. Die Skipisten der Seiser Alm sind Bestandteil des weltgrößten Skygebiets, dem „Dolomiti Superski„. Doch auch fernab der Skipisten stehen Dir abwechslungsreiche Sportarten zur Verfügung. 7 Rodelbahnen, 1 Snowboard Park, sowie 30 km lange Winterwanderwege sorgen für die nötige Kurzweil.

Der Schlern im Wandel der Zeit

Dort wo in der Gegenwart Naturliebhaber und Sportler ihrem Hobby nachgehen, führten einst Kelten und andere Völker aus grauer Vorzeit Opfer- und Bestattungsrituale durch. Die Hochalm wurde archäologischen Funden zufolge bereits in der Bronzezeit landwirtschaftlich genutzt. Im Hochmittelalter galt das Gebiet rings um den markanten Tafelberg als bevorzugtes Jagdrevier des Adels. In alten Volkslegenden ist jedoch auch von Hexen die Rede. Diese hielten des Nachts ihre mystischen Versammlungen ab und ließen sich auf den „Hexenbänken„, einer markanten Steinformation, nieder.

Im Jahr 1880 gelang es Johann Santner als ersten Menschen, das Bergmassiv zu besteigen. Die Santnerspitze wurde nach diesem Bergsteiger benannt.

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