Großglockner Hochalpenstraße: alle Stationen, Maut und Tipps

48 Kilometer, 36 Kehren und am Ende der Blick auf den höchsten Berg Österreichs: Die Großglockner Hochalpenstraße ist für viele die schönste Panoramastraße der Alpen. Ich bin sie im September von Heiligenblut bis Bruck-Fusch gefahren und zeige dir alle Stationen, die Maut und wie du den Tag am besten planst.

Der Großglockner mit Gletscher von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
Der Großglockner, mit 3.798 Metern der höchste Berg Österreichs

Die Glocknerstraße in Kürze

Die Großglockner Hochalpenstraße verbindet das Salzburger Land mit Kärnten und führt mitten durch den Nationalpark Hohe Tauern, den größten Nationalpark Österreichs. Eröffnet wurde sie 1935, und bis heute ist sie keine Durchgangsstraße, sondern ein Ausflugserlebnis: Unterwegs gibt es Parkplätze an jedem Aussichtspunkt, Ausstellungen, Hütten und Lehrwege. Fast eine Million Besucher fahren jedes Jahr hinauf.

Von Zell am See bist du in 20 Minuten an der Mautstelle Ferleiten bei Bruck-Fusch. Von Süden startest du in Heiligenblut. Der wichtigste Abzweig ist die Gletscherstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, dem Aussichtspunkt direkt vor dem Großglockner.

Mein Film: Großglockner Hochalpenstraße

In meiner Doku fahre ich die ganze Strecke ab und halte an allen Stationen, die ich dir hier vorstelle. Dazu gibt es einen eigenen kurzen Film über die Murmeltiere an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

Video: · eigene Aufnahmen · YouTube-Kanal Alex travels

Die schönsten Stationen von Süd nach Nord

Ich bin über Heiligenblut eingefahren, deshalb beschreibe ich die Stationen in dieser Richtung. Von Norden kommend fährst du sie einfach umgekehrt ab.

Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2.369 m)

Von Heiligenblut aus ist der Höhepunkt schon nach etwa zwölf Kilometern erreicht. Auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe stehst du dem Großglockner direkt gegenüber, unter dir liegt die Pasterze, der größte Gletscher Österreichs. Hier gibt es ein großes Besucherzentrum mit Ausstellungen, ein Parkhaus und mehrere Aussichtsplattformen. Auf dem Kaiserstein erinnert eine Statue an Kaiser Franz Joseph, der 1856 hier den Ausblick bewunderte.

Kaiserstatue auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe vor dem Großglockner
Die Kaiserstatue auf dem Kaiserstein, dahinter der Großglockner

Die Pasterze hat in den letzten Jahrzehnten dramatisch an Masse verloren. Wer gut zu Fuß ist, steigt über den Gamsgrubenweg oder den Pfad hinunter Richtung Gletscher und sieht an Markierungen, wo das Eis früher lag. Ein bewegender Moment.

Die Murmeltiere

Die heimlichen Stars der Glocknerstraße wohnen direkt unterhalb der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Die Murmeltiere sind an Besucher gewöhnt, kommen erstaunlich nah und holen sich ihr Futter sogar aus der Hand. Für Fotos ist das ein Traum. Wenn du füttern möchtest, dann bitte nur gutes, naturbelassenes Futter wie ein Stück Bio-Banane oder ungesalzene Nüsse. Brot, Chips und Süßes sind tabu, das vertragen die Tiere nicht. Mehr zeige ich dir in meinem kurzen Murmeltier-Film.

Murmeltier frisst aus der Hand an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
Ein Murmeltier holt sich sein Futter direkt aus der Hand

Video: · eigene Aufnahmen · YouTube-Kanal Alex travels

Hochtor (2.504 m)

Zurück auf der Hauptstraße geht es hinauf zum Hochtor, dem höchsten Punkt der Passstraße. Hier fährst du durch einen Tunnel, in dem auch die Landesgrenze zwischen Kärnten und Salzburg verläuft. Vor dem Tunnel lohnt ein Stopp für den Blick zurück in die Kärntner Berge.

Passhöhe Hochtor an der Großglockner Hochalpenstraße
Am Hochtor, dem höchsten Punkt der Passstraße auf 2.504 Metern

Fuscher Lacke und Mankeiwirt (2.262 m)

Auf der Salzburger Seite kommst du am Tauernfenster vorbei zur Fuscher Lacke, einem kleinen Bergsee direkt an der Straße. Gegenüber liegt der Mankeiwirt, eine urige Hütte, die durch ihr zahmes Murmeltier bekannt wurde. Mankei ist übrigens das Pinzgauer Wort für Murmeltier.

Fuscher Törl (2.428 m)

Am Fuscher Törl ist der Blick auf den Großglockner und die Gletscherwelt besonders weit. Hier steht auch das Denkmal von Clemens Holzmeister für die Arbeiter, die beim Bau der Straße ums Leben kamen. Mein Tipp: Hier ist meist weniger los als auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, und die Fotos werden fast genauso gut.

Ausblick vom Fuscher Törl auf Großglockner und Fuscher Tal
Weiter Blick vom Fuscher Törl über die Gletscher der Glocknergruppe

Edelweißspitze (2.571 m)

Kurz nach dem Fuscher Törl zweigt die Edelweißstraße ab, 1,6 Kilometer lang, gepflastert und steil. Sie führt auf die Edelweißspitze, den höchsten mit dem Auto erreichbaren Punkt der Glocknerstraße. Oben steht ein kleiner Aussichtsturm, und von dort hast du einen 360-Grad-Blick, den ich so schnell nicht vergesse. Für Wohnmobile und Busse ist die Edelweißstraße gesperrt.

Haus Alpine Naturschau und Allee der Steine

Weiter talwärts liegt das Haus Alpine Naturschau mit Ausstellungen zu Tieren und Pflanzen des Nationalparks. Davor zeigt die Allee der Steine Gesteine aus der Glocknergruppe, sogar ein Stück vom Gipfel des Großglockners. Der Ausblick auf das Große Wiesbachhorn ist hier besonders schön.

Hochmais und Piffkar

Auf 1.850 Metern liegt die Infostelle Hochmais mit Blick auf sechs Gletscher, die Hexenküche und das Tal der tausend Orchideen. Gegenüber thront das Große Wiesbachhorn mit 3.564 Metern. Die letzte Station vor dem Tal ist Piffkar, ein ehemaliges Straßenwärterhaus mit einer Ausstellung über die Faszination der Berge.

Maut und Öffnungszeiten

Die Glocknerstraße ist mautpflichtig. Die Tageskarte kostet für Pkw und Wohnmobile 46,50 €, für Motorräder 36,50 €. Beim ÖAMTC gibt es ermäßigte Vorverkaufskarten für 41,50 € (Pkw) und 33,00 € (Motorrad), auch für Nichtmitglieder. Daneben gibt es Abendtarife und Jahreskarten, die aktuellen Tarife stehen auf grossglockner.at.

Die Straße ist von Anfang Mai bis Ende Oktober oder Anfang November geöffnet, je nach Wintersperre. Die Fahrzeiten:

  • Anfang Mai bis 31. Mai: 6 bis 20 Uhr, letzte Einfahrt 19:15 Uhr
  • 1. Juni bis 31. August: 5:30 bis 21 Uhr, letzte Einfahrt 20:15 Uhr
  • 1. September bis Saisonende: 6 bis 19:30 Uhr, letzte Einfahrt 18:45 Uhr

Meine Tipps für die Fahrt

  • Früh los: Wer vor 9 Uhr an der Mautstelle ist, hat die Aussichtspunkte und Parkplätze fast für sich.
  • Wetter prüfen: Die Webcams auf grossglockner.at zeigen dir, ob der Gipfel frei ist. Im Nebel lohnt sich die Fahrt kaum.
  • Volltanken: Unterwegs gibt es keine Tankstelle.
  • Bremsen schonen: Bergab im niedrigen Gang fahren, auf den Kehren kommen dir Radfahrer und Motorräder entgegen.
  • Kombinieren: Direkt an der Nordrampe liegt der Wildpark Ferleiten, perfekt für den Rückweg mit Kindern.

Touren und Tickets

Mit eigenem Auto kaufst du Bergbahn- und Mautkarten am günstigsten direkt beim Betreiber oder nutzt die Sommerkarte. Wenn du dich um nichts kümmern willst oder etwas Besonderes suchst, würde ich mir diese Angebote ansehen:

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Häufige Fragen

Was kostet die Großglockner Hochalpenstraße?

Die Tageskarte kostet für Pkw und Wohnmobile 46,50 € und für Motorräder 36,50 €. Im Vorverkauf beim ÖAMTC zahlst du 41,50 € beziehungsweise 33,00 €.

Wann ist die Großglocknerstraße geöffnet?

Die Saison dauert von Anfang Mai bis Ende Oktober oder Anfang November. Im Sommer ist die Straße von 5:30 bis 21 Uhr befahrbar, im Frühjahr und Herbst kürzer.

Wie lange braucht man für die Großglockner Hochalpenstraße?

Reine Fahrzeit sind etwa eineinhalb Stunden. Mit den Stopps an Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, Edelweißspitze und Fuscher Törl solltest du einen ganzen Tag einplanen.

Wo sieht man die Murmeltiere am Großglockner?

Am zuverlässigsten unterhalb der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, wo eine Kolonie direkt an den Wegen lebt. Wenn du füttern möchtest, dann nur naturbelassenes Futter wie Obst oder ungesalzene Nüsse.

Welche Richtung ist schöner?

Beide Richtungen sind schön. Von Norden kommend steigt die Spannung, weil der Großglockner erst spät auftaucht. Von Heiligenblut aus bist du schneller an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und meidest dort oft den größten Andrang.

Ist die Großglocknerstraße für Wohnmobile geeignet?

Ja, die Hauptstrecke und die Gletscherstraße sind für Wohnmobile befahrbar. Nur die steile Edelweißstraße zur Edelweißspitze ist für Wohnmobile und Busse gesperrt.

Die Glocknerstraße ist Teil meines Guides Zell am See und Umgebung. Weitere Gipfelblicke auf den Großglockner hast du vom Kitzsteinhorn.

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